Einer der letzten Rock-Recken: Happy Birthday, Mr Who!

2007 6 The Who 43.jpgSie sind eine der erfolgreichsten Rockbands der Welt, hatten Hits wie "My Generation" und schufen Meisterwerke wie " Tommy ". Pete Townshend ist der Kopf hinter der britischen Rockband The Who, die sich nach langer Zeit ohne neue Musik wieder versammelt haben und eine CD als The Who gemacht haben. Pete Townshend feiert heute seinen 75. Geburtstag als Mann, der Geschichte geschrieben hat. Einige der bekanntesten Rockwerke wurden in seinem Gehirn geboren und auf seiner Gitarre gespielt. Und er lebt noch nach Sex, Drogen, Tod und Krankheit. Herzlichen Glückwunsch, Herr Townshend!

Herr Townshend, The Who sind heute nur noch Roger Daltrey und Sie. Hat sich Ihre Arbeit dadurch verändert?

Townhend: Alles ist anders geworden. Die Arbeit an Alben fühlte sich anfangs an wie ein Soloprojekt. Dann kam Roger dazu, er gab mir Tipps und Hinweise und als er anfing, zu singen, begannen die Songs zu leben, als wären sie alte Who-Stücke. Aber obwohl das so ist, ist manches anders. Man muss aber wissen: Wir haben als The Who viele Jahre ohne die natürliche Kraft von Keith Moons Drums gelebt. Keith wurde schon schwächer, lange bevor er starb. Mit John Entwistle war es wieder anders, er blieb immer stark, aber seine Stärke als Musiker war Fingerfertigkeit, nicht Kraft.

Ist ihr Verhältnis zu Roger Daltrey heute anders?

Townshend: Roger und ich, wir sind einfach glücklich. Wir haben uns beide, wir sind den ganzen Weg seit der Schulzeit zusammen gegangen. Ja, wir vermissen Keith und John, aber wir haben Zak Starkey und andere großartige Musiker in der Band. Wir hängen auch nicht die ganze Zeit beieinander. Wir akzeptieren einander mehr, als wir das früher taten. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir respektieren die Sicht des anderen. Zum Glück ist es einfacher, sich zu zweit zu einigen. In einer Band mit vielen gleichberechtigten Mitgliedern herrscht Demokratie, weil sie fair ist. Aber wir wissen: Was sie produziert, ist selten perfekt.

In der Vergangenheit hieß es, Sie hätten Probleme mit ihren Ohren und könnten deshalb nie mehr Rockmusik spielen?

Townshend: Jaja, meine Ohren werden von Tag zu Tag größer (lacht). Seit 1971 fragt mich jeder danach. Damals, als ich die Probleme bekam, habe ich schnell reagiert und aufgehört, extrem laute Musik zu hören. Auch Kopfhörer, die den meisten Schaden verursacht haben, benutze ich nur, wenn es unbedingt sein muss. Das Ganze beeinflusst meine Arbeit heute überhaupt nicht. Störend ist es nur im normalen Gespräch, im Auto oder im Flugzeug. Da muss ich manchmal schon Lippenlesen.

Erzählen Sie uns doch, wie Sie ein Lied schreiben. Das fängt an mit einem Akkord? Einem Reim?

Townshend: Mal so, mal so. Ich könnte Lieder schreiben, die den komischen Ton aus einer billigen Spielzeugorgel als Ausgangspunkt nehmen. Ich schaue überall nach Dingen, die mich inspirieren. Aber Songschreiben hat auch viel mit Warten zu tun. Und mit Geduld. Man macht seinen Kopf leer und wartet. Komischerweise ist für Musiker der beste Weg, den Geist zu öffnen, Musik zu machen. Also macht man. Und auf einmal ist das Lied da.

Sie haben unglaublich viel Musik geschrieben und veröffentlicht. Stimmt es, dass noch viel mehr in ihrem Archiv liegt?

Townshend: Ja, da ist eine Menge. Aber vieles ist nicht fertig. Ich habe auf meinen "Scoop"- Alben immer mal was veröffentlicht. Aber es sind immer noch tausende Stücke übrig. Manche davon werden vielleicht noch mal richtige Lieder, manche nehme ich nie wieder in die Hand. Ich schreibe ja auch eine Menge Texte, keine besonders guten zwar, aber eines Tages ist der eine oder andere doch mal gut für einen neuen Song.

Wie beeinflusst das Älterwerden ihre Arbeit?

Townshend: Ich versetze mich in jemanden hinein, der unter dem Älterwerden leidet, es wie eine Krankheit empfindet. So stellte ich mir das Alter vor, als ich begann, nicht mehr jung zu sein. Jetzt bin ich alt, und ich fühle mich jünger als damals. Alt werden ist wie jung werden, denn es gibt einen Moment im Leben, wenn Alter keine Rolle mehr spielt. Du kannst es nicht wegschieben, also spielt es keine Rolle mehr. Ich bin an dieser Stelle angelangt. Wer etwas über das Älterwerden erfahren will, sollte Junge fragen.

Was tun Sie, wenn Sie nicht auf Tour sind und nicht im Studio stecken?

Townshend: Ehrlich gesagt, ist mein Leben die reine Glückseligkeit. Ich habe alles, was ein Mann sich wünschen kann. Ich mag es, Zeit am Meer zu verbringen, ich segle dann oder schaue Wakeboardfahrern zu. Wir haben fünf Hunde, die machen eine Menge Arbeit.

Nach all den Jahren im Geschäft- was macht Sie heute am meisten stolz?

Townshend: "Quadrophenia".


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